
Carlo (Innocenzo) Carloni stammt aus einer Familie von Malern der Lombardei, die seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bis Beginn des 18. Jahrhunderts mit kurzweilliger Unterbrechung ihrer Tätigket nachgingen und im 17. und 18. Jahrhundert großen Ruhm erlangten. In Kirchen und Palästen in ganz Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweiz und Spanien wurden die Formen der damaligen Zeit mit Temperament und großartiger Fähigkeit nachgeahmt. Carlo Carloni, Sohn von G. Battista der seiner Zeit Architekt und Bildhauer war, wurde 1686 in Scaria geboren und starb 1775. Er wird als kühler und einfacher Maler bezeichnet, vor allem beim Entwurf von Altartischen und bei der Gestaltung dekorativer Fresken, denen er eine ganz persönliche Note verlieh. Im Jahr 1968 ging er nach Venedig um unter Giulio Quaglia aus Laino zu studieren, später trieb es ihn zu Trevisani nach Rom. 1707 half er Quaglia mit seinen Freskoarbeiten am Dom von Lubiana. Von 1707 bis 1717 arbeitete er in der Schweiz, hauptsächlich in Einsiedeln wo er zwei wundervolle Altartische hinterließ. Ebenfalls wurde er in Wien aktiv wo er den Belvedere Palast mit Fresken ausstattete. Weitere seiner Werke befinden sich in Deutschland, im Schloss von Ansbach, im Gerichtshof von Ludwigsburg und in weiteren örtlichen Schlössern, die er mit Fresken ausschmückte. Bis heute kann man seine Werke in Mantova, Como, Mailand (Fresken im Scotti Palast) und in seinem Geburtsort Scari bewundern. In Scaria gestaltete er die Pfarrkirsche Santa Maria mit reichlich Fresken und einem wichtigen “Gloria der Jungfrau”. Die Dekorationen, Stuck und Skulpturen im Inneren der Kirche wurden von Diego Carloni, Carlos Bruder, gefertigt. Über der Kanzel ist ein Maiskolben, das Wappen der Carloni, zu sehen. Dieses brachte Carlo oftmals in seine Werke ein. Warum die Familie den Maiskolben als Familienwappen wählte, geht darauf zurück, dass dieser im lokalen Dialekt “carlùn” genannt wurde. Abgeleitet ist dieser Name von San Carlo Borromeo, der den Anbau von Mais, einer Pflanze aus der Neuen Welt, während seiner Zeit als Bischof von Mailand (1550 – 1584) einführte.
Der Maler Carlo Carloni hinterließ außerdem wichtige Serien von Fresken, die ordinäre sowie geistige Themen widerspiegeln und in der Region der Lombardei von Brescia bis Lodi und von Como bis Monza zu finden sind.